Willkommen auf Equinella - Ihre Melde- und Informationsplattform für die Früherkennung von PferdekrankheitenTel. 031 - 631 22 43

Equines Herpesvirus 1/4

 

Allgemeine Information

  • Infektionen mit EHV-1 können zu schwerwiegenderer Symptomatik führen als EHV-4
  • Fast alle jungen Pferde durchlaufen i.d.R. in den ersten 6 Lebensmonaten eine EHV Erstinfektion, welche im Körper ohne klinische Symptome (latent) persistieren kann. Dabei zieht sich das Virus in Nervenzellen zurück und kann dort unbemerkt über Jahre bestehen bleiben. In Stresssituationen kann das Virus reaktiviert werden und über Sekrete der Atemwege via Nase und Maul ausgeschieden werden. Betroffene Pferde zeigen oft nur sehr milde Symptome und sind schwierig zu erkennen. Latente EVH-Infektionen sind in der Pferdepopulation weit verbreitet und können nicht vermieden werden.
  • Übertragung: Direkt durch Kontakt zwischen Pferden oder indirekt via verunreinigte Futtergeschirre, Tränke-Eimer, seltener Kleidung, Hände usw. Der Erreger kann in der Umwelt unter idealen Bedingungen bis zu 4 Wochen überleben, normalerweise jedoch maximal ca. 7 Tage.
  • Inkubationszeit (=Ansteckung bis Krankheitsausbruch): 6 - 10 Tage.
  • Die Erregerausscheidung erfolgt über die Sekrete der Maul- und Nasenschleimhaut bzw. durch die Fruchthüllen bei Abort; sie beginnt erst nach Auftreten der ersten klinischen Symptome.
  • Es gibt keine Immunität (Schutz) nach einer durchgemachten Infektion. Ein Herpes-Ausbruch ist daher immer wieder möglich und kann jedes Pferd immer wieder treffen. Eine Eliminierung der Krankheit in der Pferdepopulation ist nicht möglich.

Weitere allgemeine Informationen entnehmen Sie bitte den Merkblättern für Besitzer sowie dem Addendum für Tierärzte (siehe unten)

Aktuelles

EHV-1 Ausbruch in Spanien: Update zur Lage in der Schweiz

In der Schweiz wurde seit gut 3 Wochen kein neuer Fall von EHV-1 mehr gemeldet. Glücklicherweise blieb es bei den bekannten Fällen im Kanton Zug mit Pferden, die vom Springturnier in Valencia zurückgekehrt sind und anschliessend erkrankten. Unter anderem dank dem professionellen Verhalten aller Beteiligter gab es keine Inlandübertragung. Es gab keine Todesfälle und alle Pferde sind wieder genesen. Das Pferd, welches wegen neurologischer Symptome am Tierspital Zürich behandelt werden musste, konnte auch wieder in die Obhut des Besitzers entlassen werden.

Bei allen betroffenen Pferden wurde die nicht-neuropathogene Variante (EHV-1 DNA pol A2254 ) nachgewiesen. Bei der neuropathogenen Variante des Virus (NP, EHV-1 DNA pol G2254) , bei der eine Mutation im DNA Polymerase Gen im ORF 30 stattfindet (A zu G2254),  haben Pferde ein 160x erhöhtes Risiko an der neurologischen Form zu erkranken. Jedoch kann es aber auch durch die nicht-neuropathogene Form (NNP) zu neurologischen Verläufen kommen, wie u.a. der aktuelle Ausbruch gezeigt hat. Die ersten Ergebnisse der Sequenzierungen, die aus Ghent veröffentlicht wurden, zeigen dass der Virusstamm aus Valencia identisch ist mit einem Abort-Stamm, der 1997 in Belgien isoliert wurde. Es handelt sich somit nicht um einen exotischen oder mutierten Stamm. Dies bedeutet nicht, dass des Virus von einem belgischen Pferd eingeschleppt wurde. Ein Dokument mit Antworten auf FAQs zu EHV-1 von Besitzern, Trainern und sonstige relevante Personen im Pferdesport finden Sie hier. Therapieempfehlungen eines Expertenpanels bei EHV-1 finden Sie hier.

EHV kommt in unserer Pferdepopulation endemisch vor und es werden jedes Jahr Fälle sowohl von EHV-1 als auch von EHV-4 diagnostiziert. Mit Hilfe einer Filterfunktion können die Zahlen der letzten Jahre graphisch auf der Equinella Webseite dargestellt werden.

Equinella war auch in der veterinärmedizinischen Taskforce des Schweizerischen Pferdesportverbandes (SVPS) vertreten. Aufgrund der stabilen epidemiologischen Lage wurde einstimmig entschieden, dass ab dem 29.März in der Schweiz wieder Turniere stattfinden dürfen, sofern die Covid-19 Regeln dies erlauben. Die Pressemitteilung des SVPS finden Sie hier.

25. März 2021

 

Erste Information zum aktuellen EHV-1 Ausbruch: Es gibt derzeit (Februar 2021) einen EHV-1 Ausbruch in Zusammenhang mit einem Turnier in Valencia, Spanien. Noch ist unklar, ob sich dieser Ausbruch auch auf andere Turniere in Spanien und dem Rest von Europa ausgebreitet hat. Es sind aber bereits EHV-1 Fälle in Frankreich und Belgien bekannt geworden, die in Zusammenhang mit dem Besuch des Turniers in Valencia stehen. Es handelt sich um einen schweren Ausbruch mit vielen betroffenen Pferden, neurologischen Symptomen und Todesfällen. Der Ausbruch sollte daher ernst genommen und Massnahmen getroffene werden, um diesen einzudämmen, bzw. zu verhindern, dass sich der Ausbruch durch zurückkehrende Pferde auf die Schweizer Pferdepopulation ausweitet.

Equinella, der Schweizer Verband für Pferdesport (SVPS) und die Schweizer Vereinigung für Pferdemedizin (SVPM) haben sich entschlossen, Empfehlungen herauszugeben, um die Weiterverbreitung des EHV-1 Ausbruchs in der Schweiz zu verhindern. Diese Empfehlungen sind unabhängig von den Weisungen der FEI bzgl. der Teilnahme an weiteren Turnieren, und sind daher auch inhaltlich unterschiedlich von den Empfehlungen der FEI. 

Empfehlungen in Zusammenhang mit dem EHV-1 Ausbruch in Valencia, Spanien

Die Mitteilung des SVPS finden Sie  hier. Ein FAQ zu Herpesvirus für Besitzer hier

März 2021

Merkblätter

 

Version: bbd2  Stand: