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Piroplasmose

 

Allgemeine Information

Die Blutparasiten Babesia caballi und Theileria equi führen zu hämolytischer Anämie. Ein klinisch inapparenter  Trägerstatus, bei dem sich die infizierten Erythrozyten im Knochenmark sequestrieren, ist möglich. Eine Unterscheidung ist wichtig, da es zu unterschiedlichen Folgen kommt.

Klinische Symptome und Diagnostik

Die Symptome einer B. caballi Infektion sind meist milder, es kann jedoch auch zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen wie dies bei T. equi häufig der Fall ist. Die Diagnose erfolgt mittels Parasitensuche in  Kapillarblut, PCR und Antikörpernachweis. Diese Methoden sollten immer kombiniert werden, da so die meisten Infektionen diagnostiziert werden können. Ein kürzlich erschienenes Paper welches die Wichtigkeit dieses multimodalen Vorgehens unterstreicht finden sie hier.

Behandlung und Elimination

Pferde die sich mit B. caballi infizieren, können ca.  1-4 Jahre lang Träger sein. Bei T. equi kann dies sogar lebenslang der Fall sein. Oft sind die Parasiten weder mikroskopisch noch mittels PCR in klinisch symptomfreien Trägern nachweisbar. Ein positiver Antikörpertiter deutet jedoch daraufhin, dass Pferde nach wie vor infiziert sind und als Reservoir fungieren können. Das Reservoir von B. caballi sind Pferde und Zecken, da B. caballi  transovariell in Zecken übertragen wird. Somit ist eine Behandlung von symptomlosen Pferden zur Elimination von B. caballi in endemischen Gebieten nicht angezeigt. In anderen Gebieten müssen Vor- und Nachteile der Therapie abgewogen werden. Der Vorteil wäre B. caballi in der lokalen Zeckenpopulation nicht endemisch werden zu lassen. Der Nachteil sind die schweren Nebenwirkungen von Imidocarb. Pferde, nicht aber Zecken, sind ein Reservoir für T. equi. Eine Eliminationstherapie kann in Erwägung gezogen werden, da sich der Parasit in der Zeckenpopulation nicht vermehren kann. Der Nutzen ist aber fraglich und auch da ist umstritten, ob T. equi überhaupt eliminiert werden kann.

Situation in der Schweiz

2010 wurde eine Seroprävalenzstudie bei ca. 700 Pferden in der Schweiz durchgeführt. Dabei waren 1.5% positiv für B. caballi und 4.4% positiv für T. equi. Bei Pferden, die in der Schweiz aufgezogen wurden, waren die Prävalenzraten 1.7% für B. caballi und 2.6% für T. equi. Autochthone Infektionen konnten jedoch nicht bewiesen werden, da der Aufenthaltsort der betroffenen Pferde nicht lückenlos geklärt werden konnte. Vor allem Pferde die aus Spanien, Portugal und Frankreich importiert wurden, waren positiv. Pferde, die in der Schweiz aufgezogen wurden und klinische Symptome aufwiesen, stammten alle aus der Region rund um den Genfer See.  Diese Region gilt als endemisches Gebiet, vor allem für B. caballi. Es ist aber aus klinischer Erfahrung  wahrscheinlich, dass seither mehr Gebiete dazugekommen sind. 

Version: bbd2  Stand: